Die Austria Klagenfurt trägt Trauer. Hans Isopp, das älteste Mitglied des Legendenklubs, hat seine Augen für immer geschlossen. Die Austria-Legende ist im 94. Lebensjahr friedlich eingeschlafen. Wir blicken zurück auf einen herausragenden Menschen und Fußballer: Hans Isopp war nach dem Ende des zweiten Weltkrieges einer der ersten Spieler der damals wieder auferstandenen Austria. Als erster Kärntner hat er auch den Sprung ins Junioren-Nationalteam geschafft. Bis zuletzt hat er seiner Austria die Treue gehalten.

Kaum zu glauben: Bereits in den 1940er Jahren war Hans Isopp im Nachwuchs der Austria aktiv gewesen - wobei die Austria damals am Papier nicht einmal existierte. Denn der Klub war in der NS-Zeit - wie viele andere Vereine - offiziell "verboten" gewesen. Doch, Hans Isopp hat uns die wahre Geschichte aus dieser Zeit erzählt, weil er wollte, dass diese Episode nie vergessen wird: "Ein gewisser Ferdinand Lube hat damals alle Schüler- und Jugendmannschaft betreut. Und er hat gesagt: Er will, dass die Jugend der Austria bis zur Wiederaufnahme des Vereins weitergeführt wird. Also haben wir uns beim Sportplatz in der Mießtalerstraße getroffen. Herr Lube hat gesagt: Wir dürfen normalerweise gar nicht spielen. Trotzdem hat er jede Woche einen Gegner für uns aufgetrieben. Wir durften uns in dieser Zeit nur nicht Austria nennen. Das habe ich so in Erinnerung und das ist die Wahrheit.“

Als die Austria im April 1946 wieder offiziell existieren durfte, trat auch Hans Isopp als einer der ersten dem Verein bei. „Es war immer schon mein großer Wunsch für die Austria zu spielen. Ich begann bei den Schülern II, später durfte ich auch in die erste Schülermannschaft“, erinnerte er sich in einem der vielen Gespräche, die wir im Rahmen der Dokumentation der Austria-Geschichte geführt haben. Und der damals junge Kühndorfer Hans Isopp nahm viele Strapazen auf sich, um für die Austria spielen zu können. „Einmal bin ich zu einem Auswärtsspiel nach Friesach mit dem Fahrrad gefahren – 42 Kilometer hin und zurück. Denn einen Bus hat es damals noch nicht gegeben.“

Bereits mit 18 spielte Hans Isopp schließlich für die Kampfmannschaft - auch der österreichische Fußballbund wurde bald auf ihn aufmerksam und berief ihn 1952 erstmals in die U18-Nationalmannschaft ein. Wobei leicht hatte es der Kühnsdorfer da nicht gerade. „Im ganzen Nationalteam waren nur zwei Spieler aus den Bundesländern. Als ich in den Mannschaftsbus eingestiegen bin, haben mich die Wiener gleich ,G’scherter‘ genannt. Aber da habe ich sofort verbal zurückgeschlagen. Dann gab es kein Theater mehr.“ Bei seinem ersten FIFA-Jugendturnier mit der Nationalmannschaft in Barcelona holte Isopp mit Österreichs U18 sogar prompt den dritten Platz.

Auch mit der Austria feierte er beachtliche Erfolge: Allen voran den Meistertitel in der damaligen Tauernliga in der Saison 1954/55. Wobei sich Isopp nie für etwas zu schade war: „Ich habe wirklich alles gespielt, was es gibt. Als Schüler war ich noch rechter Außendecker, dann wurde ich zum Stürmer. Eines Tages wurde ich sogar ins Tor gestellt, denn unser Torhüter - der Pepe Podschlepp - wurde bei einem Spiel im Rosental ausgeschlossen. Dann musste ich ins Tor und habe keinen Ball reingelassen“, lachte er.

In der Saison 1959/60 wurde Isopp mit der Austria auch Meister in der Kärntner Liga und stieg damit erstmals in die Regionalliga auf. Noch heute sieht man den Kühnsdorfer auf vielen schwarz-weißen Archivaufnahmen im Kreise der damaligen Kampfmannschaft. Isopp spielte damals an der Seite von legendären Kickern wie Rudi Vavpot, Freddy Hohenberger, Emil Filzwieser, Klaus Sackmann, Kurt Lorber, Norbert Lorber, Gert Bahr, Alfred Umgeher oder Gerhard Moser.

In der Saison 1961/62 schaffte Hans Isopp mit der Mannschaft schließlich den größten Erfolg der bisherigen Klubhistorie: Den erstmaligen Aufstieg in die Staatsliga (die heutige Bundesliga). Danach zog er sich auf eigenen Wunsch in die Kühnsdorfer Heimat zurück, doch der Austria blieb er bis zu seinem letzten Tag eng verbunden und besuchte viele Veranstaltungen des Legendenklubs. Unvergessen bleibt auch sein Auftritt bei einem Heimspiel der Austria im Frühjahr 2020, als er das Mikrofon ergriff und die alte Klubhymne zu singen begann, die er einst mit der Kampfmannschaft in die Kabine gesungen hat. Wo es am Ende hieß: „Hipp, hipp, hurra, die Austria.“

Lieber Hans, wir können Dir nicht genug Danke sagen. Mit deiner unerschütterlichen Treue und deiner Hingabe für die Austria wirst Du für immer einen festen Platz in der Geschichte und in unseren Herzen haben. Wir werden Dich sehr vermissen und möchte Deiner Familie und allen Hinterbliebenen unserer tiefes Mitgefühl aussprechen. Hans Isopp, für immer einer von uns.

Deine Austria Klagenfurt und dein Austria Klagenfurt Legendenklub